TennisGate Knowledge Base
Spielorientierte Konzeption
Bei der spielorientierten Konzeption bildet das Tennisspiel den Ausgangspunkt und das Ziel des Lernens. Spieler entwickeln technische Fertigkeiten im Zusammenhang mit den taktischen Aufgaben, die sie im Spiel lösen müssen.
Im Mittelpunkt steht eine konkrete Spielidee: den Ball im Spiel halten, den Gegner bewegen, einen freien Raum nutzen oder einen Angriff abwehren. Die Spieler erfahren dabei, wofür sie eine bestimmte Technik benötigen.
Wie funktioniert das im Tennis?
Der Trainer gestaltet eine Spielform passend zum Leistungsstand und zum Lernziel. Durch angepasste Regeln, Feldgrößen, Bälle oder Zählweisen wird eine bestimmte Spielaufgabe hervorgehoben.
Aus dem Spiel ergeben sich Lernanlässe. Wird beispielsweise deutlich, dass kurze Bälle nicht gezielt angegriffen werden können, greift der Trainer diese Schwierigkeit auf. Eine anschließende Übungsphase entwickelt die benötigten Fähigkeiten. Danach wenden die Spieler das Gelernte erneut im Spiel an.
Ein möglicher Ablauf lautet: Spielen – erkennen – üben – wieder spielen.
Beispiel: Einen kurzen Ball zum Angriff nutzen
Die Spieler beginnen mit einer Spielform, in der sie bei einem kurzen Ball angreifen dürfen. Dabei beobachten sie, wann ein Vorrücken sinnvoll ist und wie sie den Angriffsball platzieren können.
Zeigen sich Schwierigkeiten, vereinfacht der Trainer die Situation: Nach einem kurzen Zuspiel spielen die Spieler einen gezielten Angriffsball und rücken ans Netz vor. Anschließend kehren sie in die Spielform zurück und entscheiden wieder selbst, wann sie angreifen.
So werden Wahrnehmung, Entscheidung und technische Ausführung miteinander verbunden.
Welche Rolle spielt das Techniktraining?
Techniktraining ist ein Bestandteil der spielorientierten Konzeption. Es erhält seine Bedeutung aus der Spielaufgabe und hilft, diese erfolgreicher zu lösen.
Je nach Lernbedarf können einzelne Bewegungsmerkmale gezielt erklärt, demonstriert und geübt werden. Entscheidend ist die anschließende Übertragung in eine Situation, in der die Spieler das Gelernte passend einsetzen müssen.
Wie wird das Spiel angepasst?
Die Spielform soll das gewünschte Verhalten ermöglichen und herausfordern. Dafür kann der Trainer beispielsweise:
- das Spielfeld verkleinern oder bestimmte Zielbereiche markieren,
- langsamere Bälle und eine angepasste Netzhöhe einsetzen,
- den Beginn des Ballwechsels durch ein Zuspiel erleichtern,
- durch Zusatzpunkte bestimmte taktische Lösungen belohnen.
Die Anpassungen sollen zur Spielidee passen und den Spielern ausreichend erfolgreiche Aktionen ermöglichen.
Das bedeutet es für Trainer
Beginne mit einer klaren Spielaufgabe und beobachte, welche Lösungen die Spieler bereits finden. Leite daraus ab, was gezielt geübt werden muss.
Verbinde Übungsphasen immer wieder mit dem Spiel. Maßstab für den Lernerfolg ist, ob die Spieler eine Situation besser wahrnehmen, eine passende Entscheidung treffen und ihre Lösung erfolgreich ausführen können.