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Prinzip der optimalen Muskelvordehnung
Das Prinzip der optimalen Muskelvordehnung beschreibt, wie eine vorbereitende Dehnung der beteiligten Muskel-Sehnen-Strukturen die anschließende Schlagbeschleunigung unterstützen kann.
Während der Ausholbewegung werden die für die Beschleunigung benötigten Muskeln gezielt vorgedehnt. Geht diese Vordehnung unmittelbar in eine aktive Verkürzung über, können elastische Energie und eine unterstützende Muskelaktivierung zur Beschleunigung beitragen. Dieser Ablauf wird als Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus bezeichnet.
Was bedeutet das im Tennis?
Die Vordehnung entsteht durch das aufeinander abgestimmte Bewegen der Körpersegmente. Dreht sich beispielsweise beim Vorhandschlag das Becken bereits in Schlagrichtung, während der Oberkörper noch zurückbleibt, können die beteiligten Rumpfmuskeln vorgedehnt werden.
Auch das zeitliche Zurückbleiben von Schlagarm und Schläger gegenüber der vorausgehenden Körperbewegung kann zur Vordehnung beitragen. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Bewegungen, nicht ein bewusstes Ziehen in eine Dehnposition.
Warum bleibt die Vordehnung unter dem Maximum?
Eine maximale Dehnung ist für eine schnelle Schlagbewegung nicht erforderlich. Zu große Bewegungsumfänge können den unmittelbaren Übergang zur Beschleunigung erschweren und die Kontrolle beeinträchtigen.
Optimal ist eine Vordehnung, die zur Schlagtechnik, zur individuellen Beweglichkeit und zur Spielsituation passt und aktiv kontrolliert werden kann.
Warum ist der direkte Übergang wichtig?
Der Nutzen der Vordehnung hängt wesentlich davon ab, dass unmittelbar die beschleunigende Muskelaktion folgt. Bei einer längeren Pause nimmt die nutzbare elastische Energie ab. Eine gehaltene Dehnposition erfüllt deshalb eine andere Aufgabe als die dynamische Vordehnung innerhalb einer Schlagbewegung.
Das bedeutet es für Trainer
Achte auf eine flüssige Verbindung zwischen Vorbereitung und Beschleunigung. Die Orientierung „von außen nach innen und von oben nach unten“ ist dabei keine starre Bewegungsreihenfolge für jeden Tennisschlag. Maßgeblich ist, welche Muskeln bei der jeweiligen Technik vorgedehnt werden und wie die Körpersegmente zusammenarbeiten.
Ziel ist eine angemessene, dynamische Vordehnung mit unmittelbarem Übergang in die Schlagbewegung – bei sicherer Bewegungskontrolle und ohne erzwungene Endpositionen.