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Geschlossene Situation
Eine geschlossene Situation gibt die auszuführende Lösung weitgehend vor.
Eine geschlossene Situation gibt die auszuführende Lösung weitgehend vor. Die Aufgabe legt fest, welche Handlung auf eine bestimmte Spielsituation folgen soll. Dadurch werden Entscheidungsmöglichkeiten reduziert und ausgewählte technische oder taktische Handlungsmuster gezielt wiederholt.
Was bedeutet geschlossene Situation?
In einer geschlossenen Situation sind wesentliche Bedingungen der Aufgabe festgelegt. Dazu können die Anspielmethode, die Schlagrichtung, die Schlagart, die Zielzone oder eine bestimmte Schlagfolge gehören.
Die Aufgabe ist dadurch gut vorhersehbar. Im Mittelpunkt steht, eine vorgegebene Lösung kontrolliert auszuführen und zu festigen. Beispielsweise kann vereinbart werden, jeden zugespielten Vorhandball cross in eine markierte Zone zu spielen.
Geschlossen bedeutet dabei nicht, dass jeder Ball identisch ist. Auch bei einer festgelegten Lösung müssen Abstand, Beinarbeit, Treffpunkt und Schlägerbewegung an den ankommenden Ball angepasst werden. Der Spielraum für die taktische Entscheidung bleibt jedoch gering.
Welche Ziele unterstützt eine geschlossene Situation?
Geschlossene Situationen ermöglichen es, die Aufmerksamkeit auf einen klar abgegrenzten Schwerpunkt zu richten:
- Technische Abläufe erarbeiten: Eine Bewegung unter vereinfachten und vorhersehbaren Bedingungen entwickeln.
- Bewegungsqualität stabilisieren: Bestimmte Schläge oder Bewegungsverbindungen wiederholt präzise ausführen.
- Taktische Handlungsmuster kennenlernen: Eine vorgegebene Lösung für eine typische Spielsituation einüben.
- Sicherheit und Rhythmus aufbauen: Durch wiederkehrende Aufgaben die Ballkontrolle und die zeitliche Abstimmung verbessern.
- Gezielt korrigieren: Einen ausgewählten Aspekt beobachten, rückmelden und erneut erproben.
Geschlossene Situationen im Techniktraining
Im Technikerwerbstraining helfen geschlossene Situationen, die Anforderungen überschaubar zu halten. Wenn Anspiel und Schlagaufgabe weitgehend bekannt sind, kann sich die Aufmerksamkeit stärker auf die Bewegungsausführung richten.
Ein Beispiel ist ein kontrolliertes Anspiel auf die Vorhand mit der Aufgabe, den Ball cross in eine ausreichend große Zielzone zu spielen. Der technische Schwerpunkt kann dabei auf einem passenden Abstand zum Ball oder einem Treffpunkt vor dem Körper liegen.
Die Bedingungen müssen zum Lernstand passen. Ein zu schnelles oder ungenaues Anspiel kann die Aufgabe trotz klarer Vorgaben überfordern.
Geschlossene Situationen im Taktiktraining
Auch taktische Handlungsmuster lassen sich in geschlossenen Situationen vorbereiten. Dabei wird eine Lösung für eine bestimmte Ausgangssituation vorgegeben.
Ein Beispiel: Auf einen kurz angespielten Ball folgt ein Angriffsschlag longline und anschließend die Bewegung in eine passende Abdeckposition am Netz.
Damit lässt sich die Verbindung aus Schlag, Vorwärtsbewegung und Positionierung wiederholen. Ob der Angriff im freien Spiel sinnvoll ist, wird durch die vorgegebene Schlagfolge allein noch nicht ausreichend trainiert. Dafür müssen später unterschiedliche Situationen erkannt und passende Lösungen ausgewählt werden.
Geschlossene Situation ist keine Organisationsform
Eine geschlossene Situation kann sowohl im partnerschaftlichen Training als auch im Kolonnentraining entstehen. Entscheidend ist, wie stark die Handlung vorgegeben ist.
Spielen zwei Seiten ausschließlich Vorhand cross miteinander, ist die Aufgabe trotz des direkten Ballwechsels weitgehend geschlossen. Umgekehrt kann ein Anspiel aus dem Korb mit mehreren möglichen Lösungen eine halboffene Aufgabe einleiten.
Die Organisation sollte viele passende Wiederholungen ermöglichen. Wartezeiten, Laufwege und Belastung sind unabhängig vom Grad der Offenheit sinnvoll zu gestalten.
Vom geschlossenen Ablauf zur selbstständigen Entscheidung
Geschlossene Situationen können einen methodischen Einstieg bilden. Sobald die vorgegebene Lösung ausreichend sicher gelingt, lässt sich der Entscheidungsspielraum schrittweise erweitern.
- Geschlossene Situation: Jeder Vorhandball wird cross gespielt.
- Halboffene Situation: Der Ballwechsel beginnt Vorhand cross. Bei einem kurzen Ball darf die Richtung gewechselt werden.
- Offene Situation: Der Punkt wird ohne zusätzliche taktische Vorgaben ausgespielt. Schlagrichtung und Spielweise ergeben sich aus der jeweiligen Situation.
Die Erweiterung sollte sich am Lernfortschritt orientieren. Eine vollständig fehlerfreie Ausführung ist keine Voraussetzung, um erste Entscheidungen einzubauen.
Worauf kommt es bei der Gestaltung an?
- Ein klares Ziel setzen: Welche Bewegung oder welches Handlungsmuster soll verbessert werden?
- Vorgaben verständlich halten: Nur so viele Regeln einsetzen, wie für den Schwerpunkt erforderlich sind.
- Anspiel und Aufgabe abstimmen: Tempo, Höhe, Drall und Platzierung müssen die gewünschte Ausführung ermöglichen.
- Qualität beobachten: Wiederholungen sind dann wertvoll, wenn die beabsichtigte Lösung angemessen ausgeführt wird.
- Den Transfer vorbereiten: Die Vorgaben schrittweise lockern und die Lösung unter veränderten Bedingungen anwenden lassen.
Das bedeutet es für das Training
Geschlossene Situationen schaffen einen überschaubaren Rahmen, um technische Abläufe und taktische Handlungsmuster gezielt zu erarbeiten. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn eine klare Lösung zunächst verstanden, erprobt oder stabilisiert werden soll.
Für die Anwendung im Match braucht es zusätzlich Aufgaben mit Entscheidungsspielraum. Der methodische Aufbau verbindet deshalb die kontrollierte Wiederholung mit dem Erkennen von Situationen und der selbstständigen Auswahl einer passenden Handlung.