Die Kinder liegen in Bauchlage auf einer Matte. Die Fußspitzen sind aufgestellt und halten während der gesamten Übung Bodenkontakt. Vor jeder Matte stehen zwei niedrige Markierungshütchen mit jeweils einem Tennisball. Die Bälle werden von den Hütchen aufgenommen, mit gebeugten Armen seitlich neben den Oberkörper zurückgeführt und anschließend wieder nach vorne auf die Hütchen gesetzt. Die Armbewegungen erfolgen gleichzeitig oder wechselseitig. Der Oberkörper bleibt leicht angehoben, die Hände arbeiten möglichst ohne Bodenkontakt. Die Bälle werden kontrolliert bewegt und präzise abgelegt, ohne mit dem Oberkörper auszuweichen.
Trainingsziel
- Aktive Schulterbeweglichkeit entwickeln: Die Arme kontrolliert zwischen dem Vorführen und dem Zurücknehmen neben den Oberkörper bewegen.
- Schultergürtel und Rücken aktivieren: Die Armbewegungen bei leicht angehobenem Oberkörper stabil begleiten.
- Rumpfkontrolle verbessern: Die Bauchlage halten, ohne die Bewegung durch ein übermäßiges Hohlkreuz oder seitliches Verdrehen auszugleichen.
- Beidseitige Koordination schulen: Beide Arme gleichzeitig oder im Wechsel einsetzen.
- Bewegungspräzision fördern: Die Tennisbälle gezielt aufnehmen und ruhig auf den kleinen Auflageflächen platzieren.
Übertragung auf das Tennis
Bei Tennisschlägen müssen sich die Arme bewegen können, während der Rumpf die Bewegung kontrolliert begleitet. Die Übung schafft dafür eine allgemeine Grundlage: Sie verbindet aktive Schulterbeweglichkeit mit Haltearbeit des Oberkörpers und einer präzisen Handaufgabe.
Das wechselseitige Arbeiten fordert zusätzlich, die Bewegung eines Arms zu kontrollieren, ohne mit dem gesamten Körper mitzudrehen. Diese Fähigkeit ist für eine vielseitige Bewegungsausbildung wertvoll. Die Bauchlage bildet allerdings weder die Schlagbewegung noch die Kraftübertragung aus den Beinen ab. Der Tennisbezug liegt deshalb in der Vorbereitung körperlicher Voraussetzungen, nicht im Nachahmen einer Schlagtechnik.
Belastungsdosierung
Als Einstieg eignen sich 2–3 Durchgänge mit jeweils 15–20 Sekunden und etwa 20–30 Sekunden Pause. Alternativ können die Kinder pro Durchgang vier bis sechs vollständige Bewegungszyklen ausführen: Bälle aufnehmen, Arme zurückführen und Bälle wieder ablegen.
Entscheidend ist die Bewegungsqualität. Sobald die Kinder den Kopf stark anheben, ins Hohlkreuz ausweichen oder die Bälle nur noch hektisch ablegen, wird der Durchgang beendet oder vereinfacht. Für das Warm-up reichen kurze Belastungen mit geringer Ermüdung.
Coaching Keys
- „Mach den Nacken lang.“ Den Blick schräg nach unten richten.
- „Heb den Brustkorb nur ein kleines Stück.“ Keine möglichst hohe Rückenstreckung anstreben.
- „Bewege die Arme – halte die Körpermitte ruhig.“
- „Setze die Bälle leise auf die Hütchen.“ Präzision geht vor Tempo.
- „Atme weiter.“ Die Haltearbeit ohne Luftanhalten ausführen.
Progressive Anpassung
1. Bewegungsweg vereinfachen:
Zunächst ohne Bälle üben und die Arme nur über einen kurzen Weg vor- und zurückführen. Die Beine bleiben entspannt auf der Matte.
2. Beide Arme gleichzeitig bewegen:
Die Bälle gemeinsam aufnehmen, die Arme seitlich zurückführen und beide Bälle wieder aufsetzen. So lässt sich ein klarer Bewegungsrhythmus entwickeln.
3. Wechselseitig arbeiten:
Während ein Arm nach vorne führt, wird der andere zurückgenommen. Der Rumpf bleibt möglichst ruhig.
4. Zielpositionen verändern:
Die Hütchen etwas enger, breiter oder weiter vorne platzieren. Die Entfernung wird so gewählt, dass die Kinder sie kontrolliert erreichen können.
5. Auf ein Signal reagieren:
Die Trainingsleitung gibt „rechts“, „links“ oder „beide“ vor. Erst wenn die Grundbewegung sicher gelingt, kommt diese zusätzliche Entscheidungsaufgabe hinzu.
Mögliche Korrekturen
| Beobachtung | Methodische Korrektur |
|---|---|
| Der Kopf wird stark in den Nacken gelegt. | Einen Blickpunkt auf dem Boden vor der Matte vorgeben: „Schau vor deine Matte.“ |
| Der Oberkörper wird sehr hoch angehoben, der untere Rücken stark durchgedrückt. | Hubhöhe reduzieren, Beine ablegen und die Belastungszeit verkürzen. |
| Die Schultern werden zu den Ohren gezogen. | Mit kleinerem Bewegungsweg arbeiten: „Lass Platz zwischen Schultern und Ohren.“ |
| Der Körper dreht bei jedem Armzug deutlich mit. | Zunächst beide Arme gleichzeitig bewegen und die Hütchen näher heranstellen. |
| Die Bälle fallen häufig herunter. | Tempo reduzieren, Hütchen günstiger positionieren oder zunächst größere Ablageflächen verwenden. |
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