Aus einer breiten, leicht gebeugten Beinstellung werden schnelle, wechselseitige Bodenkontakte auf der Stelle ausgeführt. Die Füße heben dabei nur wenig vom Boden ab. Gleichzeitig wird ein Tennisball um den Körper geführt und vor dem Bauch sowie hinter dem Rücken von einer Hand in die andere übergeben. Nach jedem vollständigen Umlauf wird der Ball seitlich von oben auf den Boden geprellt und wieder aufgefangen. Diese Prell- und Fangaktion erfolgt abwechselnd auf der rechten und linken Seite. Der Oberkörper bleibt möglichst ruhig. Der Blick ist überwiegend nach vorne gerichtet und erfasst beim Prellen kurz den Ball. Ziel ist, den gleichmäßigen Tapping-Rhythmus während der Ballübergaben sowie beim Prellen und Fangen beizubehalten.
Trainingsziel
- Schnelle, rhythmische Fußkontakte in einer breiten Bereitschaftsposition entwickeln.
- Arm- und Beinbewegungen bei unterschiedlichen Teilaufgaben koordinieren.
- Ballübergaben, dosiertes Prellen und sicheres Fangen miteinander verbinden.
- Den Bewegungsrhythmus beim Wechsel zwischen Ballkreisen und Prellen aufrechterhalten.
- Eine stabile Körperposition während der kombinierten Bewegungsaufgabe kontrollieren.
Übertragung auf das Tennis
Im Tennis müssen Bein- und Armbewegungen aufeinander abgestimmt werden, ohne dass sie immer demselben Rhythmus folgen. Während die Beine die Position zum Ball anpassen, bereiten die Arme bereits die Schlagbewegung vor.
Die Übung greift diese koordinative Anforderung in vereinfachter Form auf: Die Füße arbeiten in einem schnellen, gleichmäßigen Rhythmus, während die Hände eine davon unabhängige Aufgabe ausführen. Die Ballübergabe hinter dem Rücken fordert zusätzlich die Bewegungskontrolle, da sie ohne direkten Blickkontakt erfolgt.
Das seitliche Prellen und Auffangen ergänzt die Aufgabe um die Dosierung des Krafteinsatzes und die zeitliche Abstimmung auf einen abspringenden Ball. Die Hände müssen dessen Bewegung erfassen und die Fangaktion passend vorbereiten, während die Fußarbeit weiterläuft. Der Seitenwechsel fordert die Ausführung mit beiden Händen.
Die Tappings eignen sich als vorbereitender Baustein für aktive Fußarbeit. Für die Anwendung auf dem Tennisplatz sollte anschließend eine Aufgabe mit Split Step, Richtungsentscheidung und Antritt folgen. Die Tapping-Frequenz allein erlaubt keine Aussage über die Qualität der tennisspezifischen Beinarbeit.
Belastungsdosierung
Als Orientierung für den koordinativen Schwerpunkt dienen 2–4 Durchgänge von jeweils 10–15 Sekunden, mit etwa 20–40 Sekunden Pause zwischen den Durchgängen. Die Umlaufrichtung des Balls wird nach jedem Durchgang gewechselt. Die Prell- und Fangaktionen erfolgen innerhalb eines Durchgangs abwechselnd auf beiden Seiten.
Zu Beginn wird ein Tempo gewählt, bei dem Fußrhythmus, Ballübergaben sowie Prellen und Fangen sicher gelingen. Erst danach steigt die Frequenz. Ein Durchgang endet, sobald die Bodenkontakte deutlich langsamer werden, die Körperposition verloren geht oder die Ballaktionen wiederholt misslingen.
Im Warm-up kann die Übung nach der allgemeinen Aktivierung eingesetzt werden. Die Belastung bleibt so kurz, dass die koordinative Qualität erhalten bleibt.
Coaching Keys
- Breit und beweglich stehen: Knie und Hüfte leicht beugen und die Knie in Richtung der Füße führen.
- Kurze Bodenkontakte setzen: Die Füße nur wenig anheben und gleichmäßig im Wechsel arbeiten lassen – auch beim Prellen und Fangen.
- Den Ball kontrolliert übergeben: Vorne und hinter dem Rücken sicher von Hand zu Hand führen.
- Seitlich und dosiert prellen: Den Ball außerhalb der Fußstellung auf den Boden prellen und mit derselben Hand wieder auffangen. Nach dem nächsten Umlauf die andere Seite nutzen.
- Den Oberkörper stabil halten: Starke Ausweichbewegungen vermeiden und den Ball beim Prellen kurz mit dem Blick erfassen.
Progressive Anpassung
Zunächst werden Tappings, Ballkreisen sowie seitliches Prellen und Fangen getrennt geübt. Danach werden Tappings und Ballkreisen bei moderatem Tempo kombiniert.
Sobald diese Verbindung sicher gelingt, kommt nach jedem vollständigen Umlauf eine Prell- und Fangaktion hinzu. Zunächst kann auf einer Seite geübt werden, bevor die Aktionen abwechselnd rechts und links erfolgen.
Mit zunehmender Sicherheit wird die Fußfrequenz erhöht, während die Ballaktionen kontrolliert bleiben. Ein Wechsel der Umlaufrichtung auf Zuruf erhöht die koordinative Anforderung zusätzlich. Dabei soll der Tapping-Rhythmus möglichst erhalten bleiben.
Für eine stärkere Tennisübertragung folgt auf ein Signal ein kontrollierter Abschluss der Ballaufgabe, anschließend ein Split Step mit seitlichem Antritt. Die Bewegungsrichtung kann durch ein optisches Signal vorgegeben werden. Diese Erweiterung ergänzt die rhythmische Aufgabe um Wahrnehmung, Entscheidung und Bewegung im Raum.
Mögliche Korrekturen
Die Füße stoppen bei der Ballübergabe oder beim Fangen.
Das Tempo reduzieren und die jeweilige Ballaktion zunächst getrennt sichern. Danach mit langsamen Tappings verbinden.
Der Ball springt zu weit vom Körper weg oder zwischen die Füße.
Den Ball seitlich außerhalb der Fußstellung möglichst senkrecht nach unten prellen. Die Prellstärke so dosieren, dass er ohne Ausfallschritt aufgefangen werden kann.
Der Körper federt stark nach oben und unten.
Die Füße weniger anheben und kleinere Kontakte ausführen. Die Höhe des Körperschwerpunkts möglichst konstant halten.
Die Knie knicken nach innen ein.
Standbreite und Fußstellung anpassen. Die Frequenz reduzieren, bis die Beinachsen kontrolliert bleiben.
Der Oberkörper dreht bei jedem Ballumlauf deutlich mit.
Den Ball näher am Körper führen und die Übergaben ruhiger ausführen. Brustkorb und Becken möglichst nach vorne ausrichten.
Der Blick bleibt dauerhaft nach unten gerichtet.
Den Ball nur während der Prell- und Fangaktion kurz erfassen. Anschließend den Blick wieder nach vorne richten.
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