Hier bekommst du noch weitere Übungsbeispiele, für die der Trainer keinen Tennisschläger braucht. 

Torwartübung

Diese Reaktionsübung ist eine Anleihe aus den Mannschaftsspielen Fußball und Handball. Der Übende steht hierzu 2-3 Meter von einer Wand entfernt. Hinter ihm steht ein Werfer, das könnte natürlich auch ein Elternteil oder ein Mitspieler sein. Dieser wirft nun den Ball so an die Wand, dass der Spieler den zurückprallenden Ball mit den Händen abwehren oder sogar fangen kann.

Der Schwierigkeitsgrad dieser Übung ist recht beachtlich, da sehr wenig Zeit zum Reagieren bleibt. Das erhöht allerdings die Konzentration und Motivation: Die Kids sind ehrgeizig und versuchen, den Ball auf alle Fälle zu bekommen. Je nach Art und Weise des Werfens kann das Anforderungslevel gesteuert werden.

Erleichtert werden kann diese Übung, indem man den Tennisball durch einen größeren Ball ersetzt. Als Variante kann der Ball mit Armen und den Beinen abgewehrt werden. Man hat die Wahl zwischen einer eher tennisspezifischen Reaktionshandlung mit den Armen und Händen. Im zweiten Schritt wird daraus eine richtige „Torwartübung“, der Ball darf also mit allen Gliedmaßen und dem ganzen Körper abgewehrt werden.

Geschicklichkeit

Ist der Untergrund wacklig, bekommen selbst relativ einfache Übungen eine andere Anforderungsqualität. Man benötigt lediglich ein Hilfsmittel, auf das der Spieler stehen muss, damit sein Gleichgewichtssinn gefordert wird. Hierzu dient in unserem Beispiel ein Kreisel, es reichen aber auch kleine Holzklötzchen oder ähnliche Gerätschaften.

Im ersten Schritt kann der Werfer (egal ob Übungsleiter, Elternteil oder Trainingspartner) den Ball zuwerfen. Der Übende soll den Ball fangen und zurückwerfen. Auch hier kann je nach Alter und Können mit der Auswahl des Balles Erleichterung geschaffen werden.

Im nächsten Schritt kommt der Tennisschläger ins Spiel (siehe Foto 2). Der zugeworfene Tennisball soll nun als Volley zum Werfer zurückgespielt werden. Auch hier kann man mit Methodik- oder Schaumstoffbällen den Schwierigkeitsgrad dosieren.

Angenehmer Nebeneffekt: Erstaunlich ist bei dieser Übung die häufige, ohne besondere Korrektur eintretende Technikverbesserung beim Flugball. Aufgrund des wackligen Untergrundes begnügt sich der Spieler unbewusst mit einer sehr kurzen und wenig aufwendigen Flugballtechnik. Die ist in aller Regel besser, als wenn sich der Spieler auf festem Boden befinden würde. 

Beinarbeitsdrill

Schnelle Richtungsänderungen sind das A und O einer guten Beinarbeit. Will man als Trainer den Zeitdruck für den Spieler so erhöhen, dass häufige Änderungen der Laufrichtung während der Übung gefordert sind, so würde sich zum Beispiel folgende Übungsform empfehlen: Der Trainer steht ungefähr in Mitte der Aufschlaglinie im Feld des Spielers. Dieser befindet sich in seiner normalen Grundposition an der Grundlinie (siehe Foto 3).

Der Trainer wirft nun aus dieser recht kurzen Entfernung Bälle zum Spieler, die dieser erlaufen und schlagen soll. Ist ein Ball geschlagen, gibt der Trainer ihm ein bisschen Zeit. Nun bewegt sich der Spieler mit schnellen und kurzen Schritten zurück in Richtung seiner Grundposition. Der Werfer hat es in der Hand, in welchen zeitlichen Abstand er wirft und welche Laufrichtungen er dem Spieler vorgeben will. Er muss den Ball ja nicht nur nach links oder rechts werfen. Laufwege nach vorne oder das Ausweichen nach hinten sollten dem Spieler ebenso abverlangt werden.

Als Schlagrichtung sollte der Spieler natürlich nur longline spielen, um den Trainer nicht zu gefährden. Dieser Drill eignet sich besonders für das Gruppentraining mit 2-4 Personen. Pro Serie werden zwischen 6 – 8 Bälle geschlagen. Dann kommt der nächste Spieler dran. Somit ergibt sich fast automatisch eine sinnvolle Pausengestaltung. Nach ca. 5-7 Wiederholungen sollte eine längere Pause eingelegt werden.