Um ein Training abwechslungsreich zu gestalten ist es auch möglich Übungen ohne Schläger durchzuführen. Dann geht es ausschließlich um das Werfen und Fangen des Balls. Es gibt eine Menge von Übungen, bei denen du den Schläger nicht brauchst, hier bekommst du vier Beispiele:

1 Erlernen des Halbflugballes

Bei der Einführung der Schlagtechnik „Halbvolley“ kann der Trainer wichtige Hilfestellung leisten, indem er dem Schüler erst Mal das Gefühl für das zunächst ungewohnte Schlagtiming gibt. Das Besondere am Halbvolley ist nämlich, dass der Ball unmittelbar nach dem Aufspringen auf den Boden geschlagen wird. Bodenkontakt und Treffpunkt des Balles liegen also sehr eng beieinander. Dabei soll die Schlagfläche senkrecht stehen und der Ball von unten nach oben gespielt werden. Um den Schüler bei den ersten Schritten beim Halbflugball zu helfen, kann der Trainer getrost seinen Schläger weglegen. In unserem Fotobeispiel gibt er dem Schüler eine erste Idee, wo und wie das Zusammentreffen von Ball und Schläger stattfinden soll. Hierzu bringt der Schüler seinen Schläger soweit nach unten, dass der Schlägerrahmen den Boden berührt. Der Trainer lässt den Ball nun dicht über den Boden fallen. Dies ist das Zeichen für den Spieler, den Ball mit einer kurzen Bewegung von unten nach oben zu schlagen; ein wichtiges Merkmal des Halbvolleys.

2 Schlagdrill mit intensiver Beinarbeit vor und zurück

Die Grundaufstellung bei diesem Drill ist im Foto dargestellt. Der Trainer steht dabei in Höhe der Aufschlaglinie leicht innerhalb des Einzelfeldes. Da sich diese Übung aufgrund der hohen Intensität sehr gut für die Gruppe eignet, sind in der Mitte der Grundlinie weitere Spieler in Position, die nacheinander die Übung absolvieren werden. Der Trainer wirft nun einen Ball an, der Schüler soll diesen schnellstmöglich erreichen und mit Vorhand – Topspin übers Netz spielen. Nach dem Schlag bewegt sich der Spieler mit optimaler Geschwindigkeit zu seinem Ausgangspunkt an der Grundlinie zurück. Hierzu führt er kleine Schritte rückwärts mit Blickkontakt zum Trainer aus, um jederzeit auf einen neuen Ball reagieren zu können. Pro Spieler werden vier Bälle in Folge gespielt, danach wird gewechselt. Insgesamt gibt es ca. 6 Serien. Der Schwerpunkt bei diesem Drill liegt auf einer schnellen Beinarbeit hin zu einem kurz gespielten Ball, danach folgt eine ebenso dynamische Richtungsänderung, um dann wieder rückwärts laufend in die Ausgangsposition zu gelangen. Durch die Tatsache, dass der Trainer den Ball aus kurzer Distanz anwirft und nicht über das Netz anspielt, wird der Zeitdruck auf den Spieler erheblich erhöht und somit die Intensität dieses Drills gesteigert.

3 Ballwurfschulung beim Aufschlag

Ein sicherer und genauer Ballwurf ist Voraussetzung für einen guten Aufschlag. Hierbei kommt es allerdings häufig zu Problemen, denn ein ungenauer und schlecht getimter Wurf kann einem den ganzen Schlag vermasseln. Um dem Schüler das richtige Gefühl für Wurfhöhe, Richtung und Timing zu geben, kann man als Trainer für den Spieler den Wurf übernehmen. Hierzu stellt man sich rechts neben den Schüler, um dann mit der linken Hand den Ball hochzuwerfen. Dabei sollte der Trainer seinen Wurf zeitlich an die Auftaktbewegung des Schülers anpassen. Nach mehreren gelungen Versuchen soll der Schüler dann wieder selbst hochwerfen, um seine neu erlangten Erfahrungen in seine eigene Bewegung einzubauen. 

4 Auge-Hand Koordination

Es ist immer sinnvoll, im Tennistraining Koordinationsübungen einzubauen. Bei der Übung in unserem letzten Fotobeispiel stehen sich Trainer und Schüler mit einem Abstand von ca. 3 Meter gegenüber. Der Trainer wirft nun einen Tennisball kreuz und quer gemischt so, dass der Schüler ihn nach dem Aufsprung mit einigen kurzen und schnellen Schritten erreichen kann. Der Schüler fängt dann den Ball und wirft ihn schnell zurück. Je nach Leistungsstärke kann der Trainer durch seinen Wurf das Anforderungsniveau heben. Ist der Spieler dabei trotzdem unterfordert, lautet die Aufgabe, auf der rechten Seite nur mit der rechten, auf der linken Seite nur mit der linken Hand zu fangen. Eine weitere Steigerung ergibt sich, wenn der Trainer zwei Bälle benutzt. Sobald der Schüler den einen gefangen hat und zurückwirft, wird vom Trainer der zweite Ball schon ins Spiel gebracht.