Technikziele müssen langfristig verfolgt werden, damit sie irgendwann so stabil sind, um auch unter Turnierstress erfolgreich abgerufen zu werden. Diese Langfristigkeit bedeutet allerdings auch, dass nicht der schnelle Erfolg im Vordergrund stehen kann. Vielmehr soll eine kontinuierliche Entwicklung der Leitfaden sein, um erst im Aktivenbereich die volle Leistungsstärke zu entfalten.

Rückhand Slice und den Rückhandvolley sind Schlagtechniken, die ein notwendiges Zeitfenster verdeutlichen, das im Training benötigt wird, bis diese Schläge wirklich beherrscht werden. Wenn wir zunächst einmal die Ausgangssituation bei den Jüngsten betrachten, so wird hier eindeutig die beidhändige Rückhand favorisiert.  Die noch ungenügend entwickelte Kraft der Kids ist der Hauptgrund für eine Tendenz hin zur beidhändig geschlagenen Rückhand.

Rückhand-Slice von männlichen und weiblichen Topspielen unterscheidet sich

Aus demselben Grund wird auch die Einführung des Rückhand-Flugballes mit Hilfe der zweiten Hand und nicht einhändig erfolgen. Wenn wir nun einen großen Sprung in den Aktivenbereich machen und die Endform dieser beiden Schlagtechniken anschauen, so spielen die männlichen Cracks Rückhandslice und –volley mit einer Hand, bei den weiblichen Topspielern werden diese beiden Schläge vorwiegend beidhändig praktiziert. Und dies trotz klarer Vorteile, die in beiden Fällen die einhändige Variante hat.

Was ist der Grund hierfür? Die fehlende Kraft der Athletinnen kann nicht als Erklärung dienen. Vielmehr spielt der Mangel an Zeit eine entscheidende Rolle. Juniorinnen steigen sehr früh in den Turnierbetrieb der Aktiven ein. Hierdurch nehmen Leistungsdruck und Ranglistenwertigkeit zu. Was am Ende fehlt ist die Zeit, die nötig wäre, einen kontinuierlichen Leistungsaufbau zu gewährleisten. Ein Trend, der sich bis in die Weltranglistenregionen fortsetzt. Ob dies der richtige Weg sein kann gilt es zu hinterfragen. Sollte man nicht besser, wie in anderen Sportarten auch, über eine vollständige und variable technische Ausbildung den Weg in die Spitze zu suchen? 

Folgende Beispiele favorisieren jedenfalls den Weg des langfristigen Aufbaus.

Diese drei Punkte machen den Beidhänder beim Lernen der einhändigen Slice- und Volleyschläge die meisten Schwierigkeiten und bedürfen deshalb eines oft jahrelangen Trainingsprozesses: 

Griffhaltung

Wenn Kinder mit dem Tennis beginnen, benutzen sie für Vorhand und Rückhand sehr oft nur eine Griffhaltung. Dies ist natürlich ein Vorhandgriff, bei der beidhändig geschlagenen Rückhand fasst dann einfach die freie Hand zusätzlich am Schlägergriff.
Zum Erlernen eines einhändigen Slice oder Volley reicht diese Griffhaltung meist nicht aus. Der Schläger muss etwas in Richtung Rückhandgriff gedreht werden, damit zumindest ein Semigriff daraus wird. Der Spieler muss also „umgreifen“.

Freie Hand

Es ist für Beidhänder sehr ungewohnt, wenn die freie Hand zum Spielen eines einhändigen Slice oder Volleys zu einem bestimmten Zeitpunkt den Schläger loslassen soll. Hier entstehen oft Mischformen und es bedarf einer gewissen Zeit, bis die Spieler hierfür ein Gefühl entwickeln, wann der richtige Augenblick hierfür ist.

Schulterrotation

Bei der beidhändigen Rückhand rotiert wie auch bei der Vorhand der gesamte Oberkörper. Vor dem Schlag ist bei einem Rechtshänder die rechte Schulter vorne, nach dem Schlag eher die linke. Bei den vorhin genannten einhändigen Schlägen soll aber die Schulterachse möglichst stabil bleiben, der Oberkörper bleibt stets seitlich. Hierbei kann wiederum die freie Hand mithelfen, damit der Oberkörper nicht wie gewohnt rotiert. Dieses Problem ist wahrscheinlich das bedeutsamste, und nur in einem längerfristigen Lern- und Trainingsprozess zu lösen.